Engagement für Natur

SCHWARZ - Ein ganzes und noch ein weiteres Vierteljahrhundert lassen sich zusammenrechnen, insgesamt 125 Jahre, solange besteht der "Verein zur Förderung des Obst- und Gartenbaues und der Landschaftspflege Schwarz" - eine Bezeichnung, die er in dieser Art seit 1992 trägt. Gegründet 1894, zählt der Verein heute 107 Mitglieder und besitzt zudem ein großes Obstbaumstück mit Spindelobst. Gefeiert wurde jetzt das Jubiläum mit einem Kommersabend und mit einem Frühschoppen, beides in der Auerberghalle in Schwarz.
Bei hochsommerlichen Temperaturen war die Anzahl der Besucher überschaubar, der ein oder andere Platz der festlich geschmückten Halle blieb unbesetzt. Nicht nur Ralf Eifländer zeigte sich ein wenig enttäuscht darüber. Um so erfreulicher und mit jeweils großem Applaus wurden durch die Besucher und Vorstandsmitglieder die zahlreichen Glückwünsche und Präsente einzelner Gäste honoriert. Unter ihnen begrüßte der Vorsitzende neben mehreren Ehrengästen und Vereinsvorsitzenden aus Schwarz und Udenhausen auch Bürgermeister Lars Wicke, Wolfgang Gerlach, zweiter Vorsitzender vom "Landesverband Hessen für Obstbau, Garten und Landschaftspflege", Ortsvorsteher Günther Heil, sowie vom Kreisverband Obst- und Gartenbau Alsfeld: "... niemand." Letzteres sorgte im Rahmen eines solch besonderen Jubiläums für ein generelles Unverständnis, zumal nach Aussagen des Vorsitzenden bereits die zugehörige Einladung aus Schwarz unbeantwortet geblieben sei.
 
 
Wermutstropfen sollten nicht den Gesamt-Geschmack verderben, so hielt man es auch erfolgreich bei diesem hohen Geburtstag. Stimmungsvoll und ansteckend in ihrer Fröhlichkeit, teilweise unter dem rhythmischen Beifall der Besucher, umrahmten immer wieder der Chor TonArt Schwarz unter der Leitung von Peter Jerabeck und der Evangelische Posaunenchor Schwarz (Leitung Jochen Grabowski) das Geschehen.
Ralf Eifländer umriss während des Kommersabends in seiner Begrüßungsrede zunächst die Chronik des Vereins, bei seiner Gründung genannt "Ortsgruppe Schwarz des Hessischen Obstbauvereins". Erinnerungen kamen auf, wie die an "Sammelbestellungen von Düngemehl, das mit Pferdefuhrwerken jeweils von der nächsten Bahnstation in Renzendorf abgeholt und in Schwarz verteilt wurde". Erinnerungen an groß und bunt gefeierte Jubiläen des Vereins, Erinnerungen an Zeiten, in denen zumeist Lehrer, Pfarrer und Förster sowie Handwerksmeister und Großbauern in den Führungsgremien dörflicher Obst- und Gartenbauvereine tätig waren. Einige von ihnen prägten den Jubiläums-Verein besonders nachhaltig, nicht zuletzt durch Idealismus und durch unermüdliches Engagement für Garten und Natur. Deutlich machte nicht nur der Vorsitzende in seinen Worten, sondern auch so mancher der Gastredner, dass es, beispielsweise bedingt durch die beiden vergangenen Weltkriege, aber auch immer wieder durch gesellschaftliche Umwälzungen, "nicht einfach ist, einen Verein über eine solch lange Wegstrecke erfolgreich zu führen und am Leben zu erhalten". Wobei in einem ländlich strukturierten Raum wie dem des Vogelsbergs der Obst- und Gartenbau eine beliebte Freizeitbeschäftigung sei. Dabei könne man unter anderem das Wachsen, Werden und Vergehen der Natur erleben. Zudem fördere Gartenarbeit die Gesundheit. "Ein frisch geernteter Salatkopf aus dem eigenen Garten oder ein Apfel direkt vom Baum, eine selbst gepflückte Tomate", so Ralf Eifländer, "all das steht in Zeiten von Globalisierung und herrschender Lebensmittelskandale wieder hoch im Kurs!". Indes könnten Nutzgärten, die man etwa aufgrund starker beruflicher Belastungen umfunktioniere zu Ziergärten, bei entsprechender Gestaltung durchaus zu einem Paradies für Pflanzen, Insekten und Vögel werden.
Als stellvertretender Vorsitzender vom Landesverband Hessen für Obstbau, Garten und Landschaftspflege (LOGL) ging Wolfgang Gerlach ebenso wie auch Bürgermeister Lars Wicke in lockerer Art im Besonderen auf historische Ereignisse ein, die das Bestehens des Vereins bis heute begleiteten.
Insgesamt vier Ehrenurkunden für langjährige Mitgliedschaft hatte Wolfgang Gerlach in seinem Gepäck. Überreichen konnte er sie mit Glückwünschen an drei Mitglieder, (Karl Krug, 50 Jahre Mitglied), Irmtraud Wicke (50), Horst Dörr (40) und Christa Eifert (40).

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