Luis das Tellergenie

EULERSDORF - Grünes Monster in Eulersdorf gesichtet: Es hört auf den Namen Kruschel, spricht kruschelig, es mag Kinder, Käsebrote und verputzt zum Nachtisch mit Wonne eine echte Zeitung mit Nutella, erfuhren am Mittwoch gut 50 Kinder der Kindertagesstätte „Tabaluga“ in Eulersdorf brüh warm. Die Einrichtung hatte nämlich Besuch von „Sebbo“ und „Kruschel“, dem liebenswerten Zeitungsmonster der Oberhessischen Zeitung.
„Guten Morgen Kinder. Habt ihr Lust auf Zirkus?“, holte Bühnenkünstler Sebbo, alias Sebastian Hartings, in der Rolle des Zirkusdirektors die kleinen Racker im Alter von zwei bis fünf Jahren in Begleitung der Erzieherinnen um Leiterin Liane Frantz an der Türe zum großen Allzweckraum ab. Natürlich nicht einfach so, sondern als ruhiger Pinguinchef. Verzückt zog die Meute als Karawane im Pinguinschritt hinterher und ließ sich auf den ausgelegten Kissen im Zirkusrund nieder. Das heitere Zirkusprogramm konnte beginnen. Übrigens ist Hartings in der Region kein Unbekannter. Gemeinsam mit seinen Freunden und Kollegen Daniel Komma und Peter Damm realisiert er große Kinder- und Jugendtheater-Projekte im Licher „Theater Traumstern“, verriet der Begleiter von Kruschel.
 
In einer Mischung aus zündenden Mitmachaktionen, Schalk im Nacken und Selbstironie öffnete Hartings den fiktiven roten Vorhang und ließ die Jungen und Mädels teilhaben an der fantastischen Welt seines grünen Freundes Kruschel, der sich zunächst in einem seitlichen Türrahmen versteckt hatte. Zugleich aber von den Kids entdeckt wurde, sodass er es sich inmitten der Runde so richtig gemütlich machen konnte.
Im Zirkus gebe es viele, wichtige Dinge zu tun wie „Klatschen“, animierte er zunächst die kleinen Hände zu witzigen Klatscheinlagen. „Und Zirkusschmetterlinge fliegen lassen“, schob er eine weitere Mitmachaktion für die Hände, Leib und Seele nach. Das junge Publikum hatte keine andere Wahl, es kringelte sich vor Lachen.
Ein großes Rätsel war den Kindern der große braune Koffer, den Sebbo mitgebracht hatte. Zu allem Übel hatte jedoch auch der Erwachsene große Angst vor dem Inhalt, schließlich vermutete er eine gefährliche Schlange darin. Da half nur eines – gegenseitig Mut zusprechen. Im Nu war das Geheimnis um den alten Transportbehälter gelöst und ein ganzes Sammelsurium an Jongliertüchern befreit und in der Luft.
 
Herrlich amüsant entfaltete ebenso der mitgebrachte „Nasenpopel-Igel“ seine volle Wirkung und gratulierte nach genauer Prüfung der entgegengestreckten Nasen der Leiterin zu ihrem nasenpopelfreien Kindergarten. Nach diesem Kraftakt konnte dem Zirkusdirektor nur ein Biss ins Frühstücksbrot auf die Sprünge helfen. Lustigerweise aber sah das angedachte Käsebrot so gar nicht nach einer belegten Brotstulle aus, sondern eher plüschig-grün mit lila Bauch wie das Zeitungsmonster Kruschel – nur einige Nummern kleiner.
Richtig spannend wurde es schließlich beim Jonglieren eines lila-farbigen Plastiktellers auf einem Stab, durchgeführt von vier mutigen Kindergartenkindern. Konzentriert reichte sich das Quartett einen rotierenden Teller von einem Stab zum nächsten weiter, ohne dass dieser zu Boden fiel. Und zum großen Finale entpuppte sich Luis als Tellergenie. Von Null auf Hundert schaffte es der Junge, vier schwingende Teller nacheinander von Sebbo anzunehmen und deren Balance zu halten. Seine Kindergartenfreunde waren hin und weg und freuten sich auf ein unvergessliches Abschlussfoto mit ihren ausgefallenen Gästen.


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